Die Wahrnehmung der Juden durch die Bevölkerung im Kreis Bitburg im Dritten Reich


Wir alle sind aufgerufen,
pontifices zu sein, Brückenbauer.
Viele Flüsse haben schon
ihre Übergange. An vielen
stehen wir an verschiedenen Ufern
und suchen nach Pontons,
nach Stegen, nach Kommunikation.
Kunst und Technik trennt kein Meer,
oft nur Sprachlosigkeit.


August Everding, Vortrag anlässlich des 125. Bestehens der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, 1995



Die Verbrechen der Nationalsozialisten machen die meisten von uns auch heute noch sprachlos.
Ähnlich erging es auch Teilen der Bevölkerung in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie ahnten zwar, dass etwas mit den Juden geschah, trauten sich aber nicht nachzufragen. Dennoch darf man nicht vergessen, dass ein anderer Teil der Bevölkerung an der Verfolgung teilgenommen hat, z.B. durch Mitgliedschaft in der SS oder SA.
In unserer Region (Kreis Bitburg - Prüm) kann man dies am Beispiel des KZ Hinzerts sehen. Die Menschen, die in der näheren Umgebung des KZs lebten, wussten zwar von den Vorgängen darin, fanden aber nicht den Mut, etwas dagegen zu sagen oder zu tun. Ein Teil arbeitete sogar aktiv mit dem KZ zusammen und belieferte es mit Lebensmitteln.
Eine wichtige Stütze der Nationalsozialisten war die Propaganda. Es wurde gegen die Juden gehetzt und der Bevölkerung wurde eingeredet, dass die Juden an ihrer schlechten Situation schuld wären. Auch wenn den Menschen offiziell mitgeteilt wurde, dass die Juden aus ihrer Nachbarschaft nur umgesiedelt würden, ahnten einige die Ungeheuerlichkeit, sie waren jedoch vor Angst und den Ausmaßen der Verfolgung sprachlos.
Unsere Arbeit soll keine Anklage der Bevölkerung sein, sondern soll die Geschehnisse möglichst realistisch darstellen. Dazu haben wir sowohl Bücher und Texte von Historiker und Betroffenen zu Rate gezogen, als auch Zeitzeugen befragt. Mit unserer Arbeit wollen wir die Menschen auf diesen oft verdrängten Teil der deutschen Geschichte hinweisen, damit auch heutige und kommende Generationen die Gräueltaten nicht vergessen.
Es ist die Aufgabe jedes einzelnen die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und neue Brücken zu all jenen zu schlagen, die heute unter Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz leiden.


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